DER LETZTE LIKE читать онлайн

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Издано в 2026 году.

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Аннотация

Eine Geschichte darüber, wie ein Mensch nicht erst im Augenblick seines Todes verschwindet, sondern lange zuvor – in dem Moment, in dem alle seinen Schmerz längst sehen und trotzdem nicht aufhören hinzusehen.

Vier Top-Blogger nehmen an einer neuen, extremen Realityshow namens Sternenwoche teil. Sieben Tage lang sollen ihre Isolation, harte Einschränkungen und psychologische Prüfungen rund um die Uhr übertragen werden.

Man verspricht ihnen Sicherheit, eine spektakuläre Inszenierung und garantierten Hype. Doch schon am nächsten Tag wachen die Teilnehmer in einem unterirdischen Bunker auf. Sie sind eingesperrt, und sowohl das Wasser als auch ihre Überlebenschancen hängen von den Likes der Zuschauer ab.

Aituar Abultayev - DER LETZTE LIKE


Глава

(Psychothriller/Horror)


PROLOG

Am Anfang war Stille.

Dann ertönte in der Dunkelheit ein kurzes Signal – ein Like. Darauf ein zweites, ein drittes, ein viertes. Die Benachrichtigungen verschmolzen rasch zu einem beunruhigenden elektronischen Regen, während auf dem schwarzen Bildschirm ein Kommentar nach dem anderen aufblitzte: „Cringe.“ „Ist die echt so drauf?“ „Hahaha!“ „Habt ihr ihr Gesicht mit der Krone gesehen?“ „Postet mehr davon.“ „Meme des Jahres.“ „Selbst schuld.“

Ganz in der Nähe atmete eine junge Frau schwer und kämpfte verzweifelt gegen die Tränen an.

„Bitte … löscht das Video. Ich habe euch nicht erlaubt, mich zu filmen. Bitte“, erklang Dinaras Stimme.

Als Antwort erscholl ein vielstimmiges, digitales und erbarmungsloses Lachen. Auf dem Bildschirm flammte ein kurzes Hochkantvideo auf: Die verstörte Dinara stand mitten in einem Einkaufszentrum, hielt sich eine Hand vors Gesicht, während jemand aus nächster Nähe auf sie draufhielt.

„Ach komm, Schwesterchen, die Leute lieben es authentisch!“, erklang Armans Stimme.

Die Aufnahme brach abrupt ab. In der Dunkelheit blieb ein einziger Kommentar stehen: „Die Leute machen sich doch selbst zum Meme.“ Ein letzter Like ertönte, dann erlosch der Bildschirm.


Eine dämmrige Küche. Auf dem Tisch stehen ein Laptop, eine Kindertasse und ein Teller mit eingetrockneten Breiresten. Erlan sitzt vor dem Bildschirm. Ohne zu blinzeln. Auf dem Laptop sind Ordner geöffnet: „DINARA_STIMME“, „DINARA_VIDEO“, „CHATS“, „STORYS“, „DIE_LETZTEN“. Aus dem Nebenzimmer dringt die schläfrige Stimme eines Kindes.

„Papa … ist Mama schon zurück?“, fragt Amelia.

Erlan schließt die Augen. Lange.

„Bald, meine Kleine. Schlaf“, antwortet Erlan.

Er setzt die Kopfhörer auf und drückt eine Taste. Auf dem Bildschirm erscheint die Benutzeroberfläche eines neuronalen Netzes. Die Wellenform einer Stimme.

„Erlan, du hast schon wieder das Licht im Flur angelassen“, erklingt Dinaras Stimme.

Die Stimme klingt lebendig. Vertraut. Beinahe echt. Erlan zuckt zusammen.

„Noch mal“, sagt Erlan.

Er startet die Aufnahme erneut.

„Erlan, du hast schon wieder das Licht im Flur angelassen“, erklingt Dinaras Stimme.

Erlans Lippen zittern. Er weint nicht. Er drückt nur wieder auf Wiedergabe. Neben der Tonspur ist auf dem Bildschirm jener Tab mit dem demütigenden Video von Dinara geöffnet. Millionen Aufrufe. Tausende Kommentare. Erlan starrt auf den Bildschirm. Auf die Gesichter der Blogger. Auf die Tausenden Kommentare.

„Ihr wolltet eine Show …“, flüstert Erlan.

Erlan zieht die Brauen zusammen und beginnt zu tippen.


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