Smaragdherz читать онлайн

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Издано в 2026 году.

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Серия: Перевод автора с русского на немецкий язык

Аннотация

Manche Mädchen sind klug, manche klug und schön. Für sie werden die seltsamsten Dinge erfunden, und selbst Nerze sind ihnen zugetan.

Natalia Patratskaya - Smaragdherz


14 Kapitel

Kapitel 1. Gitarrenseite


Eine Stadt mit kleinen Häusern lag versteckt zwischen riesigen Bäumen, deren Kronen bis in den Himmel ragten. Alle Versuche, ihr Ende zu erkennen, waren vergeblich. Marina erinnerte sich, dass ihre Freunde von riesigen, geraden, prächtigen Bäumen geschwärmt hatten, aber sie hatte sich nie vorstellen können, dass Bäume ihre Äste so gerade in den Himmel biegen konnten, wo sich selten Wolken aufhielten. Nachdem sie aufgeschaut hatte, senkte Marina ihren Blick auf die Häuser. Es waren Gebäude, nicht höher als drei Stockwerke, verziert mit großen, runden Steinen. Es wurde dunkel. Schilder mit der Aufschrift „Smaragdviertel“ leuchteten an den Häusern. Sie dachte, die Smaragde hier könnten die Baumkronen sein, denn sie hörte das Rascheln der Blätter von oben.


Marina hatte absolut keine Erinnerung daran, wie sie in dieses warme Viertel gekommen war, und wusste daher weder, wo sie schlafen noch wohin sie gehen sollte. Sie blickte noch einmal auf die geraden Baumstämme und beschloss, in die Richtung zu gehen, wo keine waren. Sie ging und begegnete nur Menschen von Basketballgröße, vielleicht zwei Meter oder mehr. Sie fühlte sich winzig in einem Land der Riesen – Menschen und Bäume. Das Mädchen betrachtete die Rasenflächen, die von Sträuchern und großen Blumen überwuchert waren. Sie wohnte dort, wo man die Baumkronen vom Fenster aus sehen konnte, und ihr Viertel hieß tatsächlich „Smaragd“. Und dann wachte sie auf …

Am Sonntagmorgen saß Marina zu Hause und versuchte, ihre Stimmung mit dem Zupfen auf ihrer Gitarre auszudrücken. Nach einer Weile warf sie die Gitarre auf einen Stuhl; ihr fiel heute keine neue Melodie ein. Die sechssaitige Gitarre schepperte. Die klaren Töne verhallten, als wären sie nie da gewesen. Und dann fragte ihre Mutter, die ins Zimmer schaute:


„Marina, wann machst du heute dein Bett?“ „Niemals!“, schrie Marina und fiel mit dem Gesicht nach unten zu Boden. Ihre Mutter seufzte laut. Eine Gitarrensaite zitterte kläglich. Die Tür knallte zu. Marina war allein im Zimmer, nur die Gitarre lag noch auf dem Stuhl. Ilya hatte sie verlassen! Sie schluchzte kläglich auf; schon seit einer Woche weinte sie deswegen. Marina tat sich selbst leid, so ein zierliches Mädchen! Langsam richtete sie sich auf die Ellbogen auf, blickte aus dem Fenster, sah den grauen Himmel und ließ sich wieder mit dem Gesicht ins Kissen fallen. Dann fuhr sie abrupt hoch – ein einfacher Gedanke durchfuhr sie: Ihr geliebter Ilya war für ihre Freundin Lera gegangen! Natürlich hatte er sie verlassen, so zierlich und schlank! Die Tränen des Schmerzes trockneten augenblicklich, und ein seltsames Lächeln erschien auf Marinas Gesicht, als hätte sie einen Witz gemacht. Ilya hatte tatsächlich seine eigenen Probleme: Seine Eltern waren geschieden. Er hatte sich für seinen Vater entschieden. Seine Mutter hatte ihn zwei Jahre zuvor zugunsten seines Vaters verlassen, und nun hatten sie die Wohnungen getauscht und waren ausgezogen. Er hatte überhaupt keine Zeit für Marina; er lebte sich in seiner neuen Wohnung, seiner neuen Nachbarschaft, seinem neuen Leben ein. Das Haus war ein typisches Männerhaus – oder ein Chaos nach dem Umzug, was ihm völlig gleichgültig war.


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